Baby-Sensation im Kölner Zoo: Warum Bartäffin Priya ein Hoffnungsschimmer für eine der seltensten Primatenarten ist
Seltenes Jungtier im Urwaldhaus: Priya ist der neue Star in Köln
Köln hat tierischen Nachwuchs zu bestaunen: Im Urwaldhaus des Kölner Zoos ist bei den Bartaffen ein weibliches Jungtier zu sehen. Die kleine Priya kam bereits vor acht Monaten zur Welt und ist der erste Nachwuchs der 16-jährigen Indira. Der Name Priya bedeutet so viel wie „die Liebe“ oder „die Teure“. Vater des Jungtiers ist der 15-jährige Obi, der aus dem Zoo Lissabon nach Köln kam.
Warum dieses Affenbaby weit mehr ist als nur süß
Mit Priya wächst die Kölner Zuchtgruppe der Bartaffen auf sechs Tiere. Neben Obi, Indira und dem Jungtier leben dort die 17-jährige Medini, ihre vierjährige Tochter Mayuri und ihr zweijähriger Sohn Paddy. Zusätzlich ist vorübergehend eine vierköpfige Bachelorgruppe im Kölner Zoo untergebracht. Für den Zoo ist die Geburt ein bedeutender Erfolg, denn Bartaffen zählen zu den stark bedrohten Primatenarten.
Dr. Johanna Rode-White, Kuratorin im Kölner Zoo und Leiterin des Europäischen Erhaltungsprogramms für Bartaffen, erklärte, es sei hocherfreulich, dass Indira in Köln Nachwuchs bekommen habe. Sie betonte außerdem, Bartaffen seien stark bedroht, weshalb Indira mit ihrem Jungtier zu einem stabilen Bestand der Reservepopulation beitrage.
Kölner Zoo koordiniert Schutzprogramm für bedrohte Bartaffen
Bartaffen gehören zur Gattung der Makaken und stammen ursprünglich aus Südwest-Indien. In ihrer Heimat setzen ihnen vor allem Lebensraumzerstörung, Wilderei und Straßenverkehr zu. Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN leben weniger als 2.500 ausgewachsene Tiere; die Art gilt als gefährdet. Erschwerend kommt hinzu, dass Bartaffen wegen später Geschlechtsreife und langer Geburtsintervalle nur langsam Nachwuchs bekommen. Der Kölner Zoo engagiert sich deshalb besonders für die Erhaltungszucht dieser seltenen Art.
So erkennt man Bartaffen auf den ersten Blick
Charakteristisch für Bartaffen ist ihr schwarzes Fell mit der auffälligen silberweißen Mähne rund um Kopf, Wangen und Kinn. Mit einer Kopfrumpflänge von 40 bis 60 Zentimetern zählen sie zu den kleineren Makaken. Männchen wiegen etwa fünf bis 15 Kilogramm, Weibchen rund vier bis neun Kilogramm. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Früchte, ergänzt durch Blätter, Knospen, Insekten und kleine Wirbeltiere.
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